money:care

ESG-Rating-Offenlegung

Methoden, Modelle und Annahmen unseres Impact Scores

Auf dieser Seite legen wir die Methoden, Modelle und grundlegenden Annahmen offen, die wir bei unseren ESG-Rating-Tätigkeiten verwenden. Die Angaben folgen Art. 23 und Anhang III Nr. 1 der Verordnung (EU) 2024/3005 sowie der Delegierten Verordnung (EU) 2026/871.

ESG-Rating-Anbietermoney:care GmbH
c/o Climate Lab, Spittelauer Lände 45, 1090 Wien
FirmenbuchFN 610986 i
Handelsgericht Wien
Status bei der ESMAKleiner ESG-Rating-Anbieter (Art. 5)
Mitteilung an die ESMA am 29. Oktober 2026, Registrierung ausstehend
Stand dieser Angaben2. November 2026

Unser Rating-Produkt

Alle folgenden Angaben gelten für das unten genannte Rating-Produkt. Die ausführliche Beschreibung finden Sie auch auf unserer Seite Unsere Methode.

Rating-ProduktBewertete ObjekteAufbauMethodik
money:care Impact ScoreBörsennotierte Unternehmen; ETFs seit 01.10.2023Zwölf Indikatoren mit Rohdaten, drei Kategorie-Scores (Klima, Gesellschaft, Gender) und ein Gesamt-Impact-ScoreVersion 1.0
Hinweis: Unser Impact Score ist das Ergebnis der Anwendung unserer Methodik auf öffentlich verfügbare Unternehmensdaten. Er ist eine Einschätzung und keine Anlageberatung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Er ist auch kein Gütezeichen für die Einhaltung der EU-Taxonomie oder anderer Standards.

Ziel des Ratings und Wesentlichkeit

Anhang III Nr. 1 lit. fDelVO 2026/871 Art. 3 Abs. 1

Ziel: Der Impact Score zeigt Privatanlegerinnen und Privatanlegern sowie unseren Geschäftskunden, wie sich ein Unternehmen auf Klima, Gesellschaft und Geschlechtergerechtigkeit auswirkt.

Der Score bewertet nach dem Grundsatz der doppelten Wesentlichkeit nur eine Dimension: die Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft. Finanzielle Risiken für das Unternehmen bewerten wir nicht.

Anteil Auswirkungswesentlichkeit100 %
Anteil Risikowesentlichkeit0 %
BewertungsmaßstabAbsolute Nachhaltigkeitsgrenzen

Kontextbasierte Bewertung (Triple Materiality)

Wir messen die Auswirkungen eines Unternehmens nicht im Vergleich zu anderen Unternehmen, sondern an wissenschaftlich und gesellschaftlich begründeten Nachhaltigkeitsgrenzen. Dieser Ansatz wird als kontextbasierte Wesentlichkeit (Context-based Materiality) oder Triple Materiality diskutiert. Er unterscheidet zwischen relativer Nachhaltigkeitsleistung (Wie gut ist ein Unternehmen im Vergleich zu anderen?) und absoluter Nachhaltigkeitsleistung (Bleibt es innerhalb der Grenzen, die mit einer nachhaltigen Entwicklung vereinbar sind?).

Ein Beispiel: Ein Unternehmen kann seine CO₂-Emissionen um 30 % senken und damit besser abschneiden als seine Wettbewerber. Trotzdem können seine verbleibenden Emissionen weit über dem Niveau liegen, das mit den Klimazielen vereinbar ist. Unser Score bildet die absolute Leistung ab.

Triple Materiality ist kein regulatorisch definierter Standard. Die ESRS verwenden im Rahmen der CSRD das Konzept der doppelten Wesentlichkeit. Innerhalb dieses Konzepts bewertet unser Score die Auswirkungswesentlichkeit und misst sie an absoluten Grenzen.

Abgedeckte Auswirkungen

  • Klima: Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch, eigene Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2), Emissionen einschließlich der Lieferkette (Scope 1 bis 3), Recycling von Abfällen
  • Gesellschaft: Abdeckung der Beschäftigten durch Kollektivverträge, Verhältnis der CEO-Vergütung zur durchschnittlichen bzw. mittleren Vergütung der Beschäftigten, Fluktuationsrate der Mitarbeiter:innen, Anti-Diskriminierung
  • Gender: Frauen an der Spitze, Gender Pay Gap, Frauen im Management, gläserne Decke

Abgedeckte Risiken

Keine. Der Score ist kein Risiko-Rating.

Was der Score nicht bewertet

Geschäftstätigkeit, Wirkungen der Produkte und Unternehmensziele fließen nicht in die Bewertung ein.

Anwendungsbereich des Ratings

Anhang III Nr. 1 lit. gDelVO 2026/871 Art. 3 Abs. 2Art. 23 Abs. 2 und 3

Wir veröffentlichen für jedes Unternehmen die zwölf Indikatoren mit den zugrunde liegenden Rohdaten, drei Kategorie-Scores und einen daraus aggregierten Gesamt-Impact-Score. Unsere Kategorien sind thematisch gebildet und decken sich nicht vollständig mit den Faktoren E, S und G. Die Tabelle zeigt die Zuordnung jedes Indikators.

KategorieIndikatorFaktor
KlimaErneuerbare EnergienE
KlimaTreibhausgasemissionen (Scope 1 und 2)E
KlimaLieferkette (inkl. Scope 3)E
KlimaRecycling von AbfällenE
GesellschaftKollektivverträgeS
GesellschaftCEO Pay RatioG
GesellschaftFluktuationsrate der Mitarbeiter:innenS
GesellschaftAnti-DiskriminierungS
GenderFrauen an der SpitzeG
GenderGender Pay GapS
GenderFrauen im ManagementS
GenderGläserne DeckeS

Spezifische Aspekte wie Übergangsrisiken weisen wir nicht gesondert aus.

Gewichtung im aggregierten Rating

Anhang III Nr. 1 lit. hArt. 23 Abs. 3

Die drei Kategorien gehen gleichgewichtet in den Gesamt-Impact-Score ein, die vier Indikatoren je Kategorie ebenfalls. Jeder Indikator zählt damit 1/12. Daraus ergibt sich nach der Zuordnung in Abschnitt g folgende Gewichtung der Faktoren E, S und G:

Umwelt (E): 4 von 12 IndikatorenSoziales (S): 6 von 12Unternehmensführung (G): 2 von 12

Gewichtungsmethode

Wir gewichten Klima, Gesellschaft und Gender gleich, weil wir die drei Bereiche als gleichrangig für eine nachhaltige Entwicklung ansehen. Die Gewichte sind für alle Unternehmen und Branchen gleich.

Kategorie-Score = Mittelwert der 4 Indikatoren
Gesamt-Impact-Score = (Klima + Gesellschaft + Gender) ÷ 3

Themen innerhalb der E-, S- und G-Faktoren

Anhang III Nr. 1 lit. i

Die Tabelle zeigt die Themen, die der Score abdeckt, und ob sie den Themen der Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS, Art. 29b Richtlinie 2013/34/EU) entsprechen.

FaktorThemaEntspricht ESRS
EErneuerbare Energien, Treibhausgasemissionen, Lieferketteja, ESRS E1 Klimawandel
ERecycling von Abfällenja, ESRS E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
SKollektivverträge, Fluktuationsrate, Anti-Diskriminierung, Gender Pay Gap, Frauen im Management, gläserne Deckeja, ESRS S1 Eigene Belegschaft
GCEO Pay Ratioja, ESRS S1 (Vergütungskennzahlen)
GFrauen an der Spitzeja, ESRS 2 GOV-1 (Zusammensetzung der Organe)

Absolute oder relative Werte

Anhang III Nr. 1 lit. j

Der Score ist in absoluten Werten ausgedrückt. Jedes Unternehmen wird an festen Schwellenwerten gemessen, nicht im Vergleich zu anderen Unternehmen. Es gibt kein Best-in-Class-Ranking.

Umwelt-Faktor und internationale Übereinkommen

Anhang III Nr. 1 lit. oDelVO 2026/871 Art. 3 Abs. 3

Der Score deckt den E-Faktor ab und berücksichtigt die Ziele des Übereinkommens von Paris.

ÜbereinkommenRelevanz für den Score
Übereinkommen von Paris (2015), UNFCCCScope-1- und -2-Emissionen sowie Scope-1- bis -3-Emissionen werden an einem unternehmensspezifischen CO₂-Budget gemessen, das dem 1,5-°C-Pfad entspricht
Agenda 2030 der Vereinten Nationen (2015)Die UNRISD-Indikatoren, auf denen die Methodik aufbaut, sind mit der Agenda 2030 abgestimmt

Bewertung der Übereinstimmung von Zusagen mit den Zielen dieser Übereinkommen: Nein. Wir bewerten die tatsächlichen Emissionen im Verhältnis zum CO₂-Budget, nicht die Klimaziele oder Zusagen des Unternehmens.

Sozial- und Governance-Faktor und internationale Übereinkommen

Anhang III Nr. 1 lit. pDelVO 2026/871 Art. 3 Abs. 3

Der Score deckt den S- und den G-Faktor ab und berücksichtigt folgende internationale Übereinkommen:

FaktorÜbereinkommenRelevanz für den Score
SAgenda 2030 der Vereinten Nationen, insbesondere Ziel 5 (Geschlechtergleichheit) und Ziel 8 (menschenwürdige Arbeit)Grundlage der UNRISD-Indikatoren für Gesellschaft und Gender
SILO-Übereinkommen Nr. 87 und Nr. 98 (Vereinigungsfreiheit, Kollektivverhandlungen)Bezug für den Indikator Kollektivverträge
SILO-Übereinkommen Nr. 100 (Gleichheit des Entgelts)Bezug für den Indikator Gender Pay Gap
SILO-Übereinkommen Nr. 190 (Gewalt und Belästigung)Bezug für den Indikator Anti-Diskriminierung
GÜbereinkommen zu Steuerhinterziehung und SteuervermeidungNicht berücksichtigt

Bewertung der Übereinstimmung von Zusagen mit den Zielen dieser Übereinkommen: Nein. Wir bewerten den aktuellen Stand, nicht die Zusagen des Unternehmens.

Rating-Methoden

Anhang III Nr. 1 lit. aDelVO 2026/871 Art. 4 Abs. 1

Der Impact Score misst, wie weit ein Unternehmen heute innerhalb planetarer und sozialer Grenzen wirtschaftet. Grundlage ist das Modell der Doughnut Economics von Kate Raworth sowie die Indikatoren für nachhaltige Entwicklung (SDPI) des United Nations Research Institute for Social Development (UNRISD), die mit der Agenda 2030 übereinstimmen.

Methodik: money:care Sustainability Performance Scorecard
Version: 1.0 · gültig seit 01.10.2023

Grundprinzipien

  • Transparenz: Unternehmensdaten stammen ausschließlich aus öffentlichen Angaben der Unternehmen.
  • Auswirkung statt ESG-Risiko: Wir bewerten, wie sich ein Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt, nicht vorrangig, welche Risiken ihm daraus entstehen.
  • Ganzheitlichkeit: Klima, Gesellschaft und Gleichberechtigung der Geschlechter fließen gleichgewichtet ein.
  • Vergleichbarkeit: Wir bewerten alle Unternehmen und Branchen mit derselben Schwellenwert- und Datenlogik.
Arten bewerteter ObjekteBörsennotierte Unternehmen (juristische Personen) und ETFs. Bei ETFs greifen wir auf die Unternehmensdaten der enthaltenen Aktien und Anleihen zurück. Ihre Kennzahlen werden nach dem Anteil im ETF gewichtet und wie bei Unternehmen an den Zielwerten gemessen; daraus entstehen die drei Kategorie-Scores und der Gesamt-Impact-Score. Ein ETF erhält einen Score, wenn Bewertungen für mehr als 50 % des erfassten Beteiligungsgewichts vorliegen. Eine einzelne Kennzahl wird bewertet, wenn Angaben für mehr als 25 % vorliegen; sonst zählt sie mit null.
Ausrichtung der AnalyseVergangenheitsorientiert. Wir bewerten den aktuellen Stand eines Unternehmens, nicht seine Versprechen. Unternehmensziele fließen nicht in die Bewertung ein.
Abgedeckter ZeithorizontDas letzte berichtete Geschäftsjahr. Je Indikator verwenden wir die jüngste berichtete Angabe, mit der eine gültige Berechnung möglich ist. Einzelne Indikatoren können daher auf unterschiedlichen Berichtsjahren beruhen.
Gültigkeitszeitraum des RatingsBis zur Aktualisierung nach Veröffentlichung des nächsten Jahres- oder Nachhaltigkeitsberichts; bei Bedarf früher

Unterstützende Modelle und Kernannahmen

  • Schwellenwert-Modell: Für jeden der zwölf Indikatoren ist ein Schwellenwert festgelegt, der eine nachhaltige Wirtschaftsweise beschreibt. Der Wert des Unternehmens wird gegen diesen Schwellenwert normalisiert.
  • CO₂-Budget-Modell: Die Indikatoren Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) und Lieferkette (Scope 1 bis 3) messen die berichteten Emissionen an einem unternehmensspezifischen CO₂-Budget, das einem 1,5-°C-Pfad entspricht. Grundlage ist die Context-Based Carbon Metric des Center for Sustainable Organizations (CSO), wie sie im SDPI-Handbuch des UNRISD beschrieben ist. Den globalen Emissionspfad entnehmen wir den Emissions Gap Reports des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP); daraus erhält jedes Unternehmen ein jährliches Budget nach seiner Beschäftigtenzahl (Details in den Angaben für Nutzer).
  • Scope-2-Emissionen: Wir verwenden primär den standortbezogenen Ansatz (location-based), weil er Unternehmen einheitlicher vergleichbar macht.
  • Kernannahme fehlende Daten: Fehlende Daten werden nicht aus fremden oder branchenweiten Daten geschätzt. Ein Indikator ohne verlässliche öffentliche Angabe zählt mit null.
  • Kernannahme gleiche Grenzen für alle: Die planetaren und sozialen Grenzen gelten für alle Unternehmen gleich. Es gibt keine branchenspezifische Gewichtung und kein Best-in-Class-Ranking. Branchenspezifische Sonderlogiken vermeiden wir, weil sie die Vergleichbarkeit einschränken und Geschäftsmodelle systematisch bevorzugen oder benachteiligen können.

Sicherung von Datenqualität und Zuverlässigkeit

  • KI-gestützte Extraktion der Daten aus den Berichten der Unternehmen (siehe Abschnitt k)
  • Automatische Hinweise (Flagging) in unserem Datenerfassungstool, wenn Werte ungewöhnlich sind
  • Validierung und Freigabe jedes Werts durch Analyst:innen nach dem Vier-Augen-Prinzip
  • Unternehmen können uns Klarstellungen und zusätzliche öffentliche Informationen senden; wir übernehmen Korrekturen, wenn sie durch öffentlich zugängliche Belege gestützt sind

Ranking-System

Jeder Indikator wird als Grad der Zielerreichung gegenüber seinem Schwellenwert berechnet und auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten ausgewiesen; mehr als 100 Punkte sind nicht möglich. Jeder Wert wird einer von vier Rating-Kategorien zugeordnet, die wir farblich kennzeichnen. Indikatoren ohne verlässliche öffentliche Angabe zeigen wir grau als „Keine Daten“.

Rating-KategoriePunkteFarbeBedeutung
Nachhaltig 100GrünSchwellenwert erreicht: Das Unternehmen wirtschaftet bei diesem Indikator innerhalb der planetaren bzw. sozialen Grenze.
Fast nachhaltig 67–99HellgrünSchwellenwert knapp verfehlt.
Mittelmäßig 34–66GelbSchwellenwert deutlich verfehlt.
Nicht nachhaltig 0–33Orange/RotSchwellenwert bei Weitem verfehlt: Das Unternehmen erreicht höchstens ein Drittel des Zielwerts.
Keine Daten –GrauKeine verlässliche öffentliche Angabe gefunden. In der Berechnung zählt der Indikator mit 0 Punkten.

Die vier Indikatoren einer Kategorie werden gemittelt und ergeben den Kategorie-Score. Der Mittelwert der drei Kategorie-Scores ergibt den Gesamt-Impact-Score. Dieselben Rating-Kategorien und Farben gelten auch für die Kategorie-Scores und den Gesamt-Impact-Score.

Änderungen der Methodik

Letzte Aktualisierung: 01.10.2023 (Version 1.0).

VersionDatumÄnderungen gegenüber der Vorversion
1.001.10.2023Erstveröffentlichung

Klassifikation der Wirtschaftsbereiche

Anhang III Nr. 1 lit. bDelVO 2026/871 Art. 4 Abs. 2

Wir verwenden eine eigene Branchenklassifikation. Sie dient der Einordnung und Filterung und hat keinen Einfluss auf den Score, weil alle Branchen nach denselben Schwellenwerten bewertet werden.

Klassifikationmoney:care-Branchenklassifikation mit 20 Branchen
Herausgebermoney:care GmbH
Version1.0 (erste Version)
Grundlage Angelehnt an die Sektoren des North American Industry Classification System (NAICS); einzelne Branchen sind zusammengefasst, getrennt ausgewiesen oder umbenannt. Offizielle NAICS-Dokumentation
Landwirtschaft & ForstwirtschaftBergbau, Öl & GasVersorgungsbetriebeBauProduktionGroß- & EinzelhandelTransport & LagerungUnterkunft & GastronomiedienstleistungenInformation & TelekommunikationFinanz- & VersicherungswesenImmobilienProfessionelle & Technische DienstleistungenUnternehmensführungAdministrative & Unterstützende DienstleistungenBildungsdienstleistungenGesundheitsdiensteKunst, Unterhaltung & ErholungÖffentliche Verwaltung & VerteidigungAbfallwirtschaft & SanierungSonstige Dienstleistungen

Datenquellen und Datenprozesse

Anhang III Nr. 1 lit. cDelVO 2026/871 Art. 4 Abs. 3

Überblick über die Datenquellen

Unternehmensdaten stammen ausschließlich aus öffentlichen Angaben der Unternehmen.

QuelleÖffentlichHerkunft
NachhaltigkeitsberichteöffentlichBei berichtspflichtigen Unternehmen die Nachhaltigkeitserklärung nach Richtlinie 2013/34/EU (CSRD); sonst freiwillige Berichte
Jahres- und GeschäftsberichteöffentlichPflichtveröffentlichungen der Unternehmen
Governance- und VergütungsangabenöffentlichZ. B. Corporate-Governance- und Vergütungsberichte
RichtliniendokumenteöffentlichZ. B. Richtlinien gegen Diskriminierung
FondsinformationenöffentlichTeilweise Veröffentlichungen der Fondsanbieter
Referenzdaten zu FinanzinstrumentenöffentlichESMA FIRDS, von money:care aufbereitet und angereichert
Referenzdaten für das CO₂-BudgetöffentlichGlobaler Emissionspfad (UNEP) und Weltbevölkerung (öffentlich verfügbare Statistik)

Die Verwendung der Referenzdaten aus ESMA FIRDS stellt keine Billigung oder Unterstützung von money:care oder seinen Produkten durch die ESMA dar.

CSRD und SFDR: Wir bewerten Unternehmen weltweit. Bei Unternehmen, die unter die CSRD fallen, stammen die Daten aus ihrer Nachhaltigkeitserklärung nach Richtlinie 2013/34/EU; bei allen anderen aus ihren freiwilligen Berichten. Informationen, die Finanzmarktteilnehmer nach der Verordnung (EU) 2019/2088 (SFDR) offenlegen, nutzen wir nicht als Quelle, auch nicht bei ETFs: Dort greifen wir auf die Unternehmensdaten der enthaltenen Aktien und Anleihen zurück. Einige unserer Indikatoren entsprechen inhaltlich Indikatoren für die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen (PAI) der SFDR, etwa Treibhausgasemissionen, Gender Pay Gap und Frauen in Leitungsorganen.

Datenprozess

  1. ErfassungWir sammeln die öffentlichen Berichte und Dokumente je Unternehmen.
  2. ExtraktionKünstliche Intelligenz sucht in den Dokumenten die relevanten Angaben zu den zwölf Indikatoren. Jeder Wert ist mit seiner Fundstelle verknüpft.
  3. ValidierungUnser Datenerfassungstool markiert ungewöhnliche Werte. Analyst:innen prüfen jeden Wert nach dem Vier-Augen-Prinzip und geben ihn frei.
  4. BerechnungDie Werte werden gegen die Schwellenwerte normalisiert und zu Kategorie- und Gesamt-Score gemittelt.

Umgang mit fehlenden Eingabedaten

Fehlende Werte schätzen wir nicht aus fremden oder branchenweiten Daten. Ist die bevorzugte Angabe nicht verfügbar, verwenden wir nach einer festgelegten Reihenfolge ersatzweise andere Angaben desselben Unternehmens oder berechnen den Wert aus berichteten Größen, etwa die CEO Pay Ratio aus Gehaltsangaben. Findet sich zu einem Indikator keine verlässliche öffentliche Angabe, zählt er mit null. Ein fehlender Wert bedeutet also, dass das Unternehmen dazu nichts Verlässliches veröffentlicht hat.

Häufigkeit der Datenaktualisierung

Wir aktualisieren die Bewertung, sobald ein Unternehmen einen neuen Jahres- oder Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, bei Bedarf auch früher. Neue Berichte arbeiten wir so schnell wie möglich ein, im Rahmen unserer Kapazitäten und internen Prozesse.

Zusammenarbeit mit bewerteten Objekten

Unternehmen werden vor der ersten Veröffentlichung nicht informiert, und wir kontaktieren sie nicht von uns aus. Sie können uns aber jederzeit Klarstellungen, Hinweise auf Fehler und zusätzliche öffentliche Informationen an office@moneycare.io senden. Wir prüfen die Hinweise und übernehmen Korrekturen, wenn sie durch öffentlich zugängliche Belege gestützt sind. Auf die Methodik und die Schwellenwerte haben Unternehmen keinen Einfluss.

Wissenschaftliche Grundlage

Anhang III Nr. 1 lit. eDelVO 2026/871 Art. 4 Abs. 4

Die Methodik beruht auf wissenschaftlichen Konzepten planetarer und sozialer Grenzen:

  • Doughnut Economics (Kate Raworth): ökologische Obergrenzen und soziales Fundament als Rahmen für die Schwellenwerte
  • Sustainable Development Performance Indicators (SDPI) des UNRISD: Indikatoren für die Leistung von Unternehmen im Sinne nachhaltiger Entwicklung, abgestimmt auf die Agenda 2030
  • 1,5-°C-Pfad und Context-Based Carbon Metric: Die Klimaindikatoren messen Emissionen an einem CO₂-Budget, das mit dem 1,5-°C-Ziel vereinbar ist und nach der Methode des Center for Sustainable Organizations (CSO) auf Unternehmen aufgeteilt wird

Nicht alle Schwellenwerte stammen unmittelbar aus wissenschaftlichen Quellen: Wo kein direkt anwendbarer Wert existiert, legt money:care den Schwellenwert als dokumentierte Modellentscheidung fest, gestützt auf normative oder statistische Referenzen.

Wie wir relevante Erkenntnisse identifizieren

Einmal jährlich prüfen wir neue Veröffentlichungen von UNRISD, IPCC und zur Doughnut Economics auf Auswirkungen auf unsere Schwellenwerte.

Einsatz künstlicher Intelligenz

Anhang III Nr. 1 lit. k

Wir setzen künstliche Intelligenz an zwei Stellen ein:

  • Datenerhebung: KI analysiert Nachhaltigkeits- und Geschäftsberichte und findet die relevanten Angaben zu den Indikatoren. Jeder Wert wird anschließend von Analyst:innen nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft und freigegeben.
  • Unternehmensbeschreibungen: Die Beschreibungen der Unternehmen auf unserer Plattform werden mit KI erzeugt. Sie fließen nicht in den Score ein.

Einschränkungen und Risiken

  • Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Angaben in den Berichten enthalten sind, die weder die KI noch unsere Analyst:innen finden. Der betreffende Indikator zählt dann mit null.
  • Jeder Wert lässt sich zu seiner Quelle zurückverfolgen. So können wir Ergebnisse im Zweifel auf die verwendeten Daten zurückführen und prüfen.
  • KI-generierte Unternehmensbeschreibungen können unvollständig oder ungenau sein und sollten mit anderen Quellen abgeglichen werden.

Einschränkungen bei Datenquellen und Methoden

Anhang III Nr. 1 lit. mDelVO 2026/871 Art. 5

Verfügbarkeit und Konsistenz der Daten

Wir sind darauf angewiesen, was Unternehmen veröffentlichen. Unternehmen, die wenig berichten, erhalten für fehlende Indikatoren null Punkte. Ein niedriger Score kann daher auch auf fehlende Transparenz zurückgehen, nicht nur auf schlechte Leistung.

Vollständigkeit, Aktualität und Genauigkeit

Berichte erscheinen oft erst Monate nach Ende des Geschäftsjahres. Wir arbeiten neue Berichte so schnell wie möglich ein, im Rahmen unserer Kapazitäten und internen Prozesse. Der Score bildet deshalb den Stand des letzten Berichtsjahres ab.

Die verwendeten Angaben sind in der Regel nicht extern geprüft. Eine Prüfung mit begrenzter Sicherheit gibt es nur für Nachhaltigkeitserklärungen von Unternehmen, die unter die Prüfpflicht der CSRD fallen, und auch dort nicht für alle Angaben. Ob ein einzelner Wert geprüft ist, können wir nicht für alle Unternehmen feststellen.

Annahmen, Proxies und Schätzungen

Fehlende Werte schätzen wir nicht aus fremden oder branchenweiten Daten. Ist die bevorzugte Angabe nicht verfügbar, verwenden wir nach einer festgelegten Reihenfolge ersatzweise andere Angaben desselben Unternehmens oder berechnen den Wert aus berichteten Größen, etwa die CEO Pay Ratio aus Gehaltsangaben. Fehlt eine Angabe ganz, zählt der Indikator mit null.

Grenzen der Methodik

  • Geschäftstätigkeit und Wirkungen der Produkte werden nicht bewertet. Ein Unternehmen kann einen hohen Impact Score erreichen, auch wenn seine Produkte Umwelt oder Gesellschaft belasten.
  • Es gibt keine branchenspezifische Gewichtung. Unterschiede zwischen Branchen, etwa bei Emissionen oder Recycling, werden nicht ausgeglichen.
  • Unternehmensziele und Übergangspläne werden nicht berücksichtigt.

Einschränkungen der verfügbaren Informationen

Anhang III Nr. 1 lit. qDelVO 2026/871 Art. 5

Wir stützen uns ausschließlich auf öffentlich verfügbare Informationen. Zugang zu internen Unterlagen der Unternehmen haben wir nicht. Was ein Unternehmen nicht veröffentlicht, können wir nicht bewerten; der betreffende Indikator zählt dann mit null.

Eigentumsstruktur

Anhang III Nr. 1 lit. dDelVO 2026/871 Art. 6 Abs. 1

Das Schaubild zeigt, wer an der money:care GmbH beteiligt ist, und kennzeichnet Tätigkeiten nach Art. 16 Abs. 1 oder andere Dienstleistungen nach Art. 16 Abs. 6 der Verordnung.

Die money:care GmbH hat keine Tochterunternehmen. Keine Person oder Gesellschaft in der Beteiligungsstruktur erbringt Beratung im Sinne von Art. 16 Abs. 1, Kreditratings, Referenzwerte, Wertpapierdienstleistungen, Abschlussprüfungen oder Bank- und Versicherungstätigkeiten.

Gebühren und Geschäftsmodell

Anhang III Nr. 1 lit. lDelVO 2026/871 Art. 6 Abs. 2

Geschäftsmodell

Wir arbeiten nach dem Modell des zahlenden Nutzers. Bewertete Unternehmen bezahlen uns nicht für die Darstellung ihrer Daten. Für Nutzerinnen und Nutzer auf unserer Plattform ist der Impact Check kostenlos.

EinnahmequelleBeschreibungAnteil am Jahresumsatz 2025
Nutzer zahlt (B2B)Daten- und Content-Module für Banken, Broker, Finanzportale, Private-Banking-Häuser und Produktanbieter79 %
IT-DienstleistungenIT-Dienstleistungen für Geschäftskunden21 %

Kriterien für die Gebühren

Die Gebühren für unsere Datenmodule richten sich nach diesen Kriterien:

  • Größe des abgedeckten Unternehmensuniversums, von einzelnen Unternehmen bis zum gesamten Universum von über 2.000 Unternehmen
  • Anzahl und Art der lizenzierten Module
  • Anzahl der Endkund:innen, die die Daten nutzen
  • Lizenzdauer

Faire, angemessene, transparente und diskriminierungsfreie Gebühren

Unsere Preise richten sich ausschließlich nach den oben genannten Kriterien, und für gleiche Leistungen bieten wir allen Kund:innen gleiche Konditionen an. Der Preis hängt nie davon ab, ob ein:e Kund:in selbst bewertet wird oder wie die Bewertung ausfällt.

Einfluss anderer Dienstleistungen

Einnahmen aus IT-Dienstleistungen haben keinen Einfluss auf die Gebühren für Datenmodule oder auf den Score.

Interessenkonflikte

Anhang III Nr. 1 lit. nDelVO 2026/871 Art. 6 Abs. 3

Bereich, aus dem Risiken entstehenRisikoMaßnahme
B2B-KundschaftBanken, Broker oder Produktanbieter sind zugleich Kunden und börsennotierte, bewertete UnternehmenTrennung von Vertrieb und Analyse
IT-DienstleistungenKund:innen unserer IT-Dienstleistungen können zugleich bewertete Unternehmen seinDie Bewertung folgt festen Schwellenwerten; IT-Kund:innen haben keinen Einfluss auf Daten oder Score.
Mitarbeitende und Gesellschafter:innenPersönliche Beteiligungen an bewerteten UnternehmenEine interne Richtlinie regelt den Umgang mit persönlichen Beteiligungen. Wer befangen ist, wirkt an der betreffenden Bewertung nicht mit.

Die Bewertung erfolgt nach festen Schwellenwerten und ohne Ermessensspielraum, ausschließlich auf Basis öffentlicher Daten. Das begrenzt die Möglichkeit, einzelne Ergebnisse zu beeinflussen.

Fragen zu unserem Impact Score?

Wir erklären Ihnen gern, wie unsere Bewertungen entstehen und welche Daten wir verwenden.